neues Sportgelände – Teil 2

Stuttgarter Straße: die Bombe ist geplatzt …

…zum Glück nur im übertragenen Sinn: unter dem Gelände südlich der Stuttgarter Straße, vorgesehen für Sportstätten und Kleingärten sind Blindgänger zu erwarten die zu entfernen viele Millionen kosten würden (oder werden)!

Kurzer Rückblick: Jahrelang wurde um die Nutzung dieses Areals gestritten, vielfach wurde es verplant. Dann kam die Planung für die Sudstadt-Ost und den Citypark und es wurde klar, dass dafür die Tennisplätze der ESG Frankonia weichen müssen. Zudem wollte dieser Sportverein seine Sportstätten zusammenführen. Umgekehrt hatte die Stadt Interesse am derzeitigen Areal der ESG an der Durlacher

Allee: Hier soll Platz sein für Stadtentwicklung, Platz für die Gestaltung des Stadteingangs. Als idealer neuer Standort erschien das Gebiet südlich der Stuttgarter Straße – nur gab es da die Kleingärten!

Der Widerstand der Kleingärtner und der Südstadt insgesamt war groß. Die BGS hat diesen Widerstand sozusagen moderiert, mit Veranstaltungen, einer Befragung, vielen Veröffentlichungen, Eingaben, hat sich stets für den Erhalt der Kleingärten eingesetzt.

Der Streit mündete 2014 in der ersten Konsensuskonferenz Karlsruhes. Das dort erarbeitete Ergebnis bestand in einem Abbau des Damms und dem dadurch möglichen Nebeneinander von Sportstätten und Kleingärten – letztere jeweils kleiner und in geringerer Anzahl. Dies wurde durch den Gemeinderat übernommen und beschlossen.

Ca.42 Millionen wurde damals für den Umbau angesetzt. Nicht in die Kalkulation aufgenommen war die Vorbereitung des Baufeldes. Warum ist nicht so ganz nachvollziehbar Versäumnis oder Strategie? Jedenfalls liegt die Kostenschätzung inzwischen bei insgesamt mindestens 89 Millionen € damit fast in der Größenordnung des KSC – Stadions !l!

Grund sind die erwarteten Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg in einem Areal, das nach dem Krieg mit Trümmerschutt und Abfällen aus dem Gaswerk aufgefüllt wurde. Letzteres macht es beim Sondieren nahezu unmöglich, zwischen Kampfmittel und Auffüllmaterialien zu unterscheiden. Das wiederum bedeutet, dass die oberen Erdschichten abgetragen und gesiebt werden müssen mit den entsprechenden Kosten.

Mit diesen Zahlen konfrontiert, entschieden sich die Gemeinderäte dafür, das Ganze nochmals zu überdenken und die Entscheidung nicht über das Knie zu brechen. Das finden wir gut, gilt es doch nicht nur, die Kosten zu bedenken, vielmehr auch die Risiken abzuwägen. So ist zu überlegen, ob die Bergung der Blindgänger nicht gefährlicher ist als deren Ruhenlassen (dann allerdings wäre eine Bebauung nicht möglich) Schade ist, dass obwohl das Desaster wohl schon seit einiger Zeit bekannt ist das Ganze erst jetzt veröffentlicht wurde. Eine Weiternutzung der Gärten für zumindest eine Saison wäre so vielleicht möglich gewesen.

Noch eine Klarstellung zum Schluss:

In der Stadtzeitung wird OB Mentrup zitiert mit dem Satz, die Stadt stünde der Südstadt gegenüber im Wort, „wohnortnahe Sportstätten“ zu errichten. Das ist so nicht richtig, DAS war nie gefordert! lm Wort steht er, stehen Verwaltung und Gemeinderat gegenüber der ESG Frankonia und den Kleingärtnern, die Planung umzusetzen – und der Südstadt insgesamt für die Erhaltung des Grüns!

MH

(RUDI – Ausgabe Dezember 2018)